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Campus Klarenthal in Wiesbaden

Gutachten August 2007, 1. Preis

Am Ausgangspunkt unserer Überlegungen stand das pädagogische Konzept mit der besonderen Bedeutung des Theaters.
Ziel war eine Gebäudeorganisation, bei der sowohl in der Entwicklung der Bauabschnitt, als auch in der späteren Gesamterscheinung dem Theater eine herausragende Stellung eingeräumt wird. Das Theater soll gleich mit dem ersten Bauabschnitt der Schule zur Verfügung stehen und so von Anfang an die Schule in ihrer Arbeit prägen.

Entwicklung der Bauabschnitte

1. Bauabschnitt
Um einen zentralen Theaterraum werden auf zwei Ebenen Räume für mindestens 6 Klassenzimmer (Naturwissenschaft, Werken, Musik, Kunst, Bibliothek und Raum der Stille) angeordnet. Die Räume für Werken, Musik und Kunst befinden sich im Erdgeschoss und können so das Theater „beliefern“ (Kulissenbau, Musikinstrumente etc.). Im Obergeschoss befinden sich im Endausbau die Räume der Oberstufe auf gleicher Ebene wie die Naturwissenschaften.
Für die ersten ein bis zwei Jahre bieten diese Räume genügend Platz für die Klassenstufen 5 bis 8. Während dieser Zeit wird mit den SchülerInnen das erste Klassenhaus gemeinsam entwickelt und gebaut. Hierzu wird das vorhandene Werkstattgebäude (Gebäude D) als „Bauhütte“ umfunktioniert.

2. Bauabschnitt
Klassenhaus 1 für die Jahrgänge 5 und 6.
Rings um die zentrale Halle herum (Schülertreff) organisieren sich die Klassenzimmer. Die Halle dient sowohl der Verteilung und als Treffpunkt als auch der Freiarbeit. Durch die Lage an der Fassade besteht hier ausreichende natürliche Belichtung. Die eingeschossige Bauweise ermöglicht eine zusätzliche Belichtung der Räume mit Oberlichtern. Die ebenerdige Bauweise schafft unproblematische Fluchtwege nach außen und ermöglicht so eine Bauweise mit Holz. Dies und eine einfache Konstruktion erleichtern die Mitarbeit der SchülerInnen am Bau des Hauses und schafft so eine ganz besonders intensive Identifikation der Nutzer mit ihrem Gebäude. Gleichzeitig wird durch den Selbstbau eine größere Akzeptanz für den Baubetrieb während des Unterrichts erreicht. Es wäre zu überlegen ob z. B. die Fundamentierung, die einen Einsatz von größeren Maschinen erfordert, nicht bereits im Zusammenhang mit dem 1. Bauabschnitt erbracht wird. Bei der Gesamtschule in Gelsenkirchen wurden mit dieser Vorgehensweise gute Erfahrungen gemacht.
Wir schlagen vor, die Klassenräume mit einer kleinen Küchenzeile mit Spülmaschine auszustatten, so dass die Mahlzeiten als gemeinsames Essen in den Klassen möglich sind. Das Essen würde dann über Gastrowagen in die Räume geliefert werden. Dies stärkt das Gruppengefühl der Klasse.

3. Bauabschnitt
Klassenhaus 2 für die Jahrgänge 7 und 8.

4. Bauabschnitt
Klassenhaus 3 für die Jahrgänge 9 und 10.

5. Bauabschnitt
Zweifeldsporthalle. Die Umkleide- und Geräteräume werden gleich im 1. Bauabschnitt realisiert und können so als Nebenräume für den Theaterraum benutzt werden. Die Sporthalle wird zu Gunsten der Höhenentwicklung des Gebäudes um ein Geschoss abgesenkt.
Durch die Verknüpfung der Funktionen Sporthalle, Theater und Fachklassen entsteht ein sehr kompaktes Gebäude, das einen Großteil von Funktions- und Erschließungsflächen synergetisch gemeinsam nutzt.

6. Bauabschnitt
Umbau des Gebäudes D zu einem multifunktionalen und durchlässigen Gemeinschaftshaus mit Einrichtung des „großen Lehrerzimmers“ als Ort des Plenums.

7. Bauabschnitt
Pferdestall und Betriebsgebäude

Eine andere Abfolge der Bauabschnitte als auch eine Unterteilung des ersten Bauabschnittes in einzelne Teile ist denkbar.

Neben dem Ansatz einer pragmatischen Umsetzung der bevorstehenden Entwicklungsphasen und der Partizipation von Nutzern, SchülerInnen, Lehrern und Eltern sind uns drei Themen wichtig:

1. Reaktion auf die besondere landschaftliche Umgebung
Die Staffelung der Gebäudemassen reagiert auf die landschaftliche Umgebung. Die „Klassen“ werden eingeschossig wie Gartenpavillons in den Landschaftszug eingebunden.
Der Hauptbau mit dem experimentellen Werkstatttheater entwickelt sich zweigeschossig, verbindet die Gebäudesubstanz mit dem Erweiterungsbau und betont die vorhandene Höhenentwicklung des Geländes.
Die Sporthalle wird wie eine Mulde in die Landschaft eingegraben.

2. Differenzierung der Freibereiche
Die Struktur als auch die Verteilung der Baumassen sind so angeordnet, dass die entstehenden Zwischenräume die Baukörper über Plätze verbinden.
Der zentrale Platz zwischen „Theaterhaus“ und zukünftiger Grundschule dient als Freibereichszentrum und Auftakt der Schulanlage.
Differenzierte Freibereiche zwischen den Klassenpavillons werden entsprechend den Jahrgangstufen angelegt.
Alle Baukörper entwickeln sich sowohl zur Landschaft hin als auch zu den Plätzen.

3. Ökologie
· Minimierung der CO² -Bilanz durch Niedrigenergiestandard und Einsatz entsprechender Baumaterialien (z. B. Holz)
· Brauchwassererwärmung durch Sonnenkollektoren
· Ggf. Umbau der Heizung auf den Energieträger Holzpellets oder Hackschnitzel
· Extensive Begrünung alle Dachflächen
· Regenwassernutzung für Toilettenspülung und Gartenbewässerung
· Einsatz natürlicher, gesundheitsverträglicher und ressourcenschonender Baustoffe wie Holz, Lehm etc.
· Minimierung des Energiebedarfs für Kunstlicht, durch zweiseitig belichtete Räume

www.campus-klarenthal.com

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