Schwerpunkte

Wir setzen folgende Schwerpunkte:

Aus dem Erläuterungsbericht zum Wettbewerb „Evangelische Gesamtschule Bismarck und Wohngebiet Laarstraße“ den die Stadt Gelsenkirchen und Evangelische Kirche von Westfalen und Gesellschaft Internationale Bauausstellung Emscher Park mbH ausgelobt haben:

 

1. Die Erkenntnis, dass nur Menschen und nicht Bauten ökologische Konzepte, wie sie gefordert werden, tragen können, betrifft nicht nur die didaktischen sondern insbesondere auch die ökologischen Maßnahmen.

 

2. Natürliches Wachstum für die Schule selbst, Offenheit für verschiedene Architekturen mit ganz verschiedenen Handschriften, die jeweils aus der Nutzung und nicht aus einem festgefrorenen Wettbewerbsergebnis entstehen. Also keine Schule aus einem Guss.

 

3. Beteiligung möglichst vieler Betroffener an der Planung, an der Realisation, an der Aus- und Umgestaltung sowie an der Inbesitznahme.

 

4. Reaktionsmöglichkeit der Architektur auf das zu diskutierende, sich entwickelnde, sich bewährende (oder auch nicht) didaktische Programm.

 

5. Offenheit in bezug auf die gebauten Ergebnisse, Rückkoppelungsmöglichkeit des jeweils nächsten Schrittes auf den vorangegangenen. (Falls sich z. B. die ebenerdigen Klassenhäuser nicht bewähren, kann zweigeschossig oder auch zweizügig gebaut werden usw.)

 

6. Emotionale Identifikationsmöglichkeit von Schülern und Lehrern mit ihrer Schule.

Hieraus resultieren unsere Vorschläge:

1. Als Arbeitstitel wird gewählt: Dorfstraße, Dorfplatz < – > Lernstraße, Lernort

Kleine überschaubare Einheiten entwickeln sich hausartig entlang einer linearen Hauptstraße, die platzartige Erweiterung zur Bildung wichtiger Aktionszonen zuläßt und sechs Seitengassen mit den Häusern der Klassen.

 

2. Im Hinblick auf das ökologische Übungsfeld wird eher mit dem Begriff „Dorf“ und nicht mit dem Begriff „Stadt“ gearbeitet, weil hier der direkte Bezug zur Natur logischer und sinnvoller erscheint. Die längeren Wege für Schüler und Lehrer in den unterschiedlichen Bereichen werden bewußt in Kauf genommen und sollten bei der Ausgestaltung des Stundenplanes durch längere Pausenzeiten berücksichtigt werden (siehe hier z. B. das Modell der Odenwaldschule, die auch mit Einzelhäusern arbeitet).

 

Ähnlich wie in einer Dorf- oder Stadtstraße werden jetzt die einzelnen Aktivitäten unterschiedlicher Häuser zugeordnet, so zum Beispiel

 

das Rathaus – die Verwaltung.
das Kulturzentrum – die Aula,
die Wirtschaft – die Mensa,
die Handwerker – die Technikräume,
der Buchladen – die Bibliothek,
der Fördertum – der Turm der Schüler und Lehrer.

 

Schule ist in erster Linie ein inhaltliches Ereignis, d. h. Lehrer und Schüler gestalten im Unterricht ihr „Leben“. Pädagogisch didaktische Konzepte lassen sich nur verwirklichen mit engagierten Lehrerpersönlichkeiten. Ein stimulierender Architektur- und Naturraum ist wichtig und kann hilfreich sein, jedoch sind sie kein Garant für gute Schule.

 

Die Kernfrage, wie ökologisch bewußtes Handeln bei den Schülern und Schülerinnen erlebt und somit gelernt werden kann, wird im wesentlichen davon abhängen, inwieweit jede/jeder aktiv eingebunden werden kann. Dies ist bei 1100 Schülern undenkbar. Wenn es nicht gelingt, kleinere Gruppen zu bilden, in denen Verantwortwortung für den eigenen Bereich konkret erlebt werden kann. Wir sind der Meinung, daß jeder Klasse ein eigener ökologischer Verantwortungsbereich zugeordnet werden muß, welcher nur ebenerdig denkbar ist.

 

Jede Klasse und jeder Jahrgang erhält jetzt ein Grundstück zugewiesen, das mitverantwortlich mitgeplant, mitgebaut, ausgeschmückt und bewirtschaftet werden soll. Die Verantwortung für Energieverbrauch, für Abfallbeseitigung, für Gartenbewirtschaftung und Freiraum, für Feuchtbiotop und Trockenwiese, für Grasdach und Gewächshaus obliegt den jeweiligen Schülern über ihre gesamte Schulzeit.

 

Die anderen Nutzungen wie Werkstätten, Klassen- und Gemeinschaftsbereich und Verwaltung haben eine möglichst überschaubare ein- bis zweigeschossige Häuser untergebracht, die an der Hauptstraße liegen, die mit einem Glasdach überdacht sein wird und somit Lern- und Erlebnisstraße zugleich sein kann. Eine Bepflanzung mit mediterranen Bäumen und Pflanzen wird angestrebt.

 

Eine maximale Identifikation zwischen Menschen und Häusern entsteht, indem die Nutzer möglichst frühzeitig in die Planung und während der Realisation einbezogen werden und ihre Träume, Wünsche und Anforderungen berücksichtigt werden.

 

Wer nicht an Wunder glaubt, der ist kein Realist.
Ben Gurion

 

Wer keine Kraft zum Träumen hat, hat keinen Mut zum Kämpfen.
Rosa Luxemburg

 

Man verlangt von den Menschen so selten das Unmögliche.
Johann Wolfgang von Goethe

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