Integratives Schulprojekt Schweich

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Integratives Schulprojekt Schweich

Wettbewerb – 2. Preis Februar 2015

Präambel
SchülerInnen verbringen in einer Ganztages-Förderschule einen überwiegenden Teil ihrer Zeit und werden wesentlich durch die gebaute Umgebung geprägt. Für uns als Architekten stellt sich somit die primäre Herausforderung einen Lebensraum für Kinder zu schaffen, der ihnen zugleich Geborgenheit, Sicherheit und Heimat bietet und ihre emotionale und motorische Entwicklung fördert. Wir haben das Hauptaugenmerk auf die Entwicklung eines gegliederten Hauses gelegt. Die einzelnen Funktionseinheiten sind als Häuser erlebbar. Diese sollen durch differenzierte Materialwahl und signifikante Farbgebung jeweils als erkennbare Adressen individualisiert sein. Das Wohlbefinden jedes Kindes, (einzeln und in der Gruppe), ist für uns die Messlatte, an der unser Entwurf gemessen werden sollte. Es gilt für die sensibelste Zeit ihrer Entwicklung einen Lebensraum bereitzustellen und zu gestalten, der für jedes Kind optimale Entwicklungschancen bietet. Für die spezifische Ausgestaltung der Räume halten wir die Partizipation mit dem Kollegium für unbedingt erforderlich. Das Ergebnis wird dadurch ein einmaliger vitaler Ort für eine behütete Schülerschaft und ein ambitioniertes Team werden.

Städtebaubauliche Schwerpunkte
Die städtebauliche Grundidee ist eine klare erkennbare Gliederung der Baukörper und Nutzungseinheiten, die beiden Grundschulen als Inklusionsabteilungen, die Oberstufe und die Sporthalle. Als Verbindungskörper entlang der internen Erschließungsstraße dienen die allgemeinen Unterrichtsräume sowie der Verwaltungsbereich. Nach Nordwesten verzahnen sich die Baukörper mit der Landschaft, in den Zwischenzonen gliedern sich die Außenanlagen in gefasste und differenzierte Nutzungsmöglichkeiten. Die vorgegebene, interne Erschließungsstraße ermöglicht, dass die Kinder mit körperlichen und geistigen Einschränkungen, bis an ihren Klassenzimmerbereich gebracht werden. Drei Zugänge tragen dieser Anforderung Rechnung. Großzügige Vordächer schützen diese spezielle Hol- und Bringsituation auch bei schlechter Witterung. Der Baukörper entwickelt sich größtenteils eingeschossig. Der zweigeschossige Rücken bildet die Kante zum Vorplatz. Der Baukörper gliedert sich in die einzelnen Funktionsbereiche der Schule (Inklusionsabteilung 1 und 2, sowie Oberstufe). Dem mittleren Schulhof zugewandt liegen die Klassenzimmer der Grundschule, der Mehrzwecksaal und die zentrale Halle. Die Klassenzimmer der Treverer Schule öffnen sich in die privateren und ruhigeren Höfe. Die Erweiterbarkeit wird in Form einer Aufstockung der Oberstufe realisiert und bildet dann die dritte Integrationsabteilung. In der Erweiterung können bis zu 8 zusätzliche Klassenräume untergebracht werden.

Ausbildung Inklusionsabteilungen
Die einzelnen Nutzungsbereiche sind so angeordnet, dass sie von den allgemeinen Erschließungswegen abgeschirmt sind. Die Abteilungen sind somit von Störungen frei gehalten. Diese Struktur ermöglicht eine ideale Voraussetzung für die Ausbildung funktionierender Lernlandschaften als Kern jeder Inklusionsabteilung. Die Unterrichtsräume der Grundschule und der Treverer Schule gruppieren sich um jeweils einen Kern, eine zentrale, ebenerdige Halle, mit umlaufender natürlicher Belichtung. Diese erfolgt über vertikale verglaste Flächen des angehobenen Daches. Dieser Bereich dient als Schüllertreff, als Inklusions-Zentrum der Abteilung und ist gleichzeitig Raum für differenzierten Unterricht. Der Raum des Ganztagesbereiches, als auch der Förderraum können durch mobile Trennwände zum Schülertreff geöffnet werden. Die schutzbedürftigeren Räume der Treverer Schule sind durch einen Versorgungsriegel aus Lager, WC und Teeküche vom Schülertreff abgeschirmt. Im Obergeschoss befinden sich vier weiter Klassenräume der Grundschule, die über eine direkt zugeordnete Treppe erschlossen sind. Eine kurze Verbindung und Teilhabe ist somit gegeben.

Baukonstruktion und Wirtschaftlichkeit
Die Bauweise folgt dem Prinzip der optimalen Leistungsfähigkeit. Das Gebäude ist als Stahlbetonkonstruktion geplant. Die Lastabtragung erfolgt über Stützen. Innenwände sind somit nichttragend und können auf Veränderungen in der Zukunft reagieren (Flexibilität). Die Außenwände werden als Holzständerwände mit hoher Dämmwirkung errichtet. Durch Dreifachverglasung der Fenster sind positive solare Gewinne für Betrieb und Ökobilanz zu verzeichnen. Die Dachflächen erhalten eine extensive Dachbegrünung.

Ökologische und Energetische Optimierung
Das Ziel ist ein die Umwelt möglichst wenig belastender Gebäudebetrieb bei gleichzeitig hohen Innenraumqualitäten. Dies soll bevorzugt durch passive, bauliche Maßnahmen erreicht werden, so dass ein robuster, wartungsarmer Betrieb ermöglicht wird.

Außenanlagen
Die Außenanlagen differenzieren sich in den städtisch geprägten Raum der Piazza mit großzügigen befestigten Flächen. Zahlreiche Bänke laden zu Ankommen, Aufenthalt und Kommunikation ein. Das Gegenstück zur Piazza bilden die Schulhofflächen auf der Westseite. Diese gliedern sich in einen zentralen Schulhof, der dezidiert als gemeinsamer Schulhof für behinderte und nichtbehinderte Schüler gestaltet ist, da gerade in den Pausen beim freien Spiel zwanglos Begegnung und Gemeinschaft entsteht. Nach Westen zur freien Landschaft hin nehmen die befestigten Flächen ab, dort sind naturhafte Spielangebote wie Grillplatz, Außenklasse oder Schulgarten angeordnet, die einen weichen Übergang bilden. Der Höhenunterschied des nach Westen sanft ansteigenden Geländes wird genutzt, um entlang der Westgrenze Sitzstufen, wie beim Amphitheater für Theater und Außenklasse und bei den Spielfeldern, anzuordnen oder einen bespielbaren Hang wie am Wasser- und Naturspielbereich auszubilden.

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