Kindergarten und Lehrerseminar FWS Kassel

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Kindergarten und Lehrerseminar FWS Kassel

Die Geschichte vom Obermieter

Am Anfang war die Idee einer U3-Gruppe, zunächst nach kleinem Um- und Anbau im (nun ehemals) bestehenden kleinen Haus neben der Villa in der Brabanter Strasse untergebracht, dann bald gedacht als kleiner Neubau mit Option auf eine weitere Gruppe, aus der Option wurde dann eher eine Gewissheit und wir, Architekten und die Kindergarten-Neubaugruppe, planten frisch und frei vorran.

Und dann kam durch eine klare Beobachtung und einen, zu Beginn vielleicht regelrecht tollkühnen, Gedanken alles noch einmal etwas anders: Die Beobachtung war die, dass das Grundstück eigentlich den letzten freien Bauplatz der Schule darstellt und dass das Lehrerseminar etwas Platz für die naturwissenschaftliche Ausbildung braucht. Der Gedanke war dann, so logisch wie radikal, beide Nutzungen unter einem Dach zusammen zu bringen. Es fremdelte zunächst etwas in den nun plötzlich um die Mitglieder des Lehrerseminars vergrösserten Planungssitzungen, wo es neben der waben oder doch nicht so wabenartigen Form der Schalfräume und der Belichtung der Wickelbereiche nun auch mal um die Zuleitungen für das deckenbasierte Hohenloher-Fachraum-Ausstattungssystem ging. Solche Spezialthemen wußten wir bald in Einzelsitzungen auseinander zu halten, gemeinsam war das Zusammenleben in einem Haus zu entwickeln.

Den Kinder sollte weiterhin der Kontakt zum Boden, zum Garten gegeben sein, so wurde, da das Grundstück keinen Platz für die zwei Gruppen und die drei vom Lehrerseminar gewünschten Räume in einer eingeschossigen Lösung bot, das Seminar zum Obermieter.

Die Eingänge sollten komplett getrennt funktionieren, der Kinder Garten nicht durch Seminaristen von einer Terrasse im Obergeschoss gestört werden und so, und durch die Bedingung zweier Fluchtwege für das OG, entstand die durchlaufende Terrasse mit Treppen an den Enden für das Lehrerseminar auf der Straßenseite.

Das Haus legt sich also in die Kurve im Grün der Bäume, umschließt schützend den Garten und öffnet sich zur Eingangseite, die Terrasse im Obergeschoss wird so im Scheitel der Biegung zu einem kleinen Vorplatz über der Strasse und gleichzeitig zum Vordach für den Kindergarten, die Terrasse in Verlängerung bietet unten einen geschützten Bereich zum Parken der Kinderwagen, der andere Terrassenflügel verläuft auf Räumen des Kindergartens. So wachsen die beiden Nutzungen an der Strassenseite zusammen, die durch das Obergeschoss erreichte, zunächst gefürchtete Höhe des Gebäudes erweist sich als gerade richtig zum Schutz vor dem Lärm der Straße.

Nun entwickelt sich also unten geschützt die Krippe mit Hauptorientierung zum Garten und oben sitzt in den Blättern, unter einem Dach mit sichtbarer Dachkonstruktion aus Douglasie, das Lehrerseminar mit Vorlesungsraum, Vorbereitungsraum, Übungsraum, Wcs und kleinem Foyer welches sich zu beschriebenen Terrasse öffnet und vor allem: mit phantastischem Licht und Ruhe. Eine wundervolle Dachgeschoss-Wohnung im Grünen mit Fachraumausstattung könnte man sagen.

Oben die, die wieder- oder neu kommen um zu lernen weiterzugeben, unten die die ganz neu da sind und wenn die Kombination zunächst seltsam erschien, so ist sie eigentlich vielleicht doch ganz logisch und das neue Haus der Waldorfschule Kassel das Generationenüberspannenste was möglich ist.

 

Adresse:
Hunrodtstraße 17
34131 Kassel

Bauherr:
Freie Waldorfschule Kassel e.V.
Hunrodtstraße 17
34131 Kassel

Fertigstellung:
2010

Baukosten (KG 300-400):
ca. 483.000 € (brutto)

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