Kinderhaus Pliezhausen

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Kinderhaus Pliezhausen

April 2009 3. Preis

 

„Zur Entwicklung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf“ (afrikanisches Sprichwort)

Städtebau:

Das Kinderhaus „Gänseblümchen“ liegt selbstbewusst auf der grünen Wiese und markiert den Eingang in das Wohngebiet Baumsatz. Mit seinem Sonnenauge über dem begrünten Hügeldach, seinen farbigen Spieltürmen vor der „Stadtmauer“ und seinem Windrad signalisiert es: „hier ist eine Welt für Kinder“
Von der Baumsatzstrasse gelangt man auf einen gestalteten „Platz der Kinder“ mit Aufenthaltsqualität, der die Besucher aller drei Einrichtungen empfängt.

Ins „Kinderhaus“ geht man durch das „Stadttor“ und kommt auf den inneren Dorfplatz, um den herum die einzelnen Häuser der vier Kindergruppen stehen, die sich nach außen wie ein afrikanisches Regenhaus mit einer minimierten Außenmauer schützen.

Die einzelnen „Gruppenhäuser“ öffnen sich wie holländische Reihenhäuser vom inneren Marktplatz bis zum äußeren Garten als eine Spiel- und Erfahrungswelt, die es nach und nach zu erkunden gilt. Unterschiedliche Zonen, für vielfältige Aktivitäten und Ruhepausen bilden einen differenzierten Lebensraum für ein- bis dreijährige Kinder.

Organisation, Dorfstruktur:

Im Dorf „Gänseblümchen“ leben vier Familien:

Die Bienen in ihrem Bienenstock,
die Ameisen in ihrem Ameisenhaufen,
die Hummeln in ihren Erdhöhlen,
die Marienkäfer in ihren Blätterlauben.

Alle „Bauten“ haben Fenster und Türen zur „Blütenmitte“, wo sie auch im Winter in der Sonne gewärmt werden.
Vor den einzelnen Häusern gibt es eine Bank, von der aus man das Treiben auf dem „Markt“, in der „Oase“ beobachten und sich von den Eltern die Schuhe ausziehen lassen kann. Es gibt dann noch ein Bad mit Waschrinnen, WC und Wickeltisch mit Treppe, einen Abstellraum sowie einen kuscheligen Schlafraum mit Betten in verschiedenen Höhen in „Nestern“ und „Höhlen“.

Die Gruppenräume sind flexibel, differenziert und mit variablen Niveausprüngen, als vielfältige „Landschaft“ gestaltet, die es krabbelnd, rutschend, stehend, gehend, laufend und mit allen Sinnen zu erkunden gilt. Die Einbauten sind flexibel und können den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend zusammengestellt werden. Neben Standardelementen sollten zusammen mit den PädagogInnen nutzerspezifische Wünsche und Ideen in partizipativen Workshops verwirklicht werden.

Von den Gruppen gelangt man über Podeste und Treppen auf Galerien auf den Decken der Sanitärräume, die in Balkone am Marktplatz münden.

Alle Bereiche des Dorfes sind als kontinuierlich bespielbare Fläche gedacht, Türen stehen in der Regel offen, können aber zur Differenzierung einzelner Aktivitäten geschlossen werden.

Direkt vor den Gruppenräumen sind vier abtrennbare Außenspielbereiche angeordnet, die sich differenziert mit Terrassen, Sandkuhlen, Matschzonen, Schaukeln und einem Kletter- und Spielturm für eine aktive Entdeckung und Erkundung den Kindern anbieten. In diesen nicht beheizten „Turmhäusern“ sind Lagerräume für Spiel- und Gartengeräte und möglichst auch Ställe für Kleintiere untergebracht, sowie ein Wasserspielzone. Diese „vier Türme“ sind in den leuchtenden Farben der Gruppen gestaltet und gelten als Signal für die „Kinderwelt“.

Auch hier wird eine Beteiligung von den Pädagogen und Eltern sowohl bei der Planung als auch der Ausführung und Pflege eine wichtige soziale Funktion erfüllen.

Die anderen Nutzungen sind dem Raumprogramm folgend als Komplettierung des Dorfplatzes in die minimierte Außenhülle eingepasst. Der Bewegungsraum nutzt die größere Höhe unter der ansteigenden Dachlandschaft. Lediglich der Besprechungsraum der BetreuerInnen wird über eine Treppe im Obergeschoss über dem Eingangsbereich angeordnet und erhält sowohl einen erlebnisreichen Ausblick auf den „Platz der Kinder“ als auch Einblick in den „Paradiesgarten“.

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