Waldorfschule Silberwald

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Waldorfschule Silberwald

Planungsgutachten September 2009, 2. Platz

Das Schulgrundstück ist die verbindende Mitte der Ortsteile Riedenberg, Sillenbuch und Heumaden. Für das Grundstück der Waldorfschule finden sich zwei gegenüberliegende Erschließungspunkte. Der nördliche befindet sich am Paul-Grüninger Weg, öffentliche Verkehrsanbindungen, Fußwege und Radwege nutzende Schüler/innen werden hier die Schule erreichen. Der südliche, an der Kemnater Straße, ist der Erschließungspunkt für Autofahrer , Ver- und Entsorgung und damit der Hauptzugang als Adresse der Schule. Bei Auflösung der Kemnater Strasse bildet sich ein gemeinsamer Campus zwischen den Baukörpern Waldorfschule, Sporthallen und Gymnasium.
Der Entwurf verbindet diese beiden Erschließungspunkte durch einen internen Fußweg, Autos und Fahrräder werden vor den Zugängen abgestellt. Der Weg führt über zwei Schulhöfe einen unteren und einen oberen mit unterschiedlichen Ausgestaltungen. Die Höfe werden, auf der einen Seite durch die landschaftliche Ausformung des Lärmschutzwalles gegenüber der Tennisanlage, auf der anderen Seite durch die gegliederten Baukörper der Schule gebildet.

Die Platzierung der Baukörper an der Westseite ergibt städtebaulich eine Verlängerung der nördlich gelegenen Wohnbebauung. Die Ausformung des Lärmschutzwalles ist eine Reaktion auf den landschaftlichen Ausläufer des Grünzuges zwischen Sillenbuch und Heumaden (Hedelfinger Filderauffahrt).

Diese Gegebenheiten bestimmen unseren Ansatz, die Grenze zwischen Landschaft und Bebauung als Wechselspiel zu gestalten. In die Landschaft des Walls eingebettet sind die Baukörper von Sporthalle, Saal und Gartenbau. Der Saal, als Zentrum, und die Sporthalle am südlichen Ende sind in den Wall integriert. Die Sporthalle kann in ihrer Größe verdoppelt werden und ist für alle Nutzergruppen direkt zugänglich.
Am nördlichen Ende des Walls ist der Gartenbau in die Hügellandschaft mit Orientierung zu den freien Feldern und dem Schulhof der Grundschüler/innen integriert. Auf der Westseite des Schulgebäudes ein Fußweg vorgesehen, der gleichzeitig eine Erweiterung des Wegenetzes der nördlichen Wohnbebauung in Richtung Süden darstellt und der Waldorfschule als Zufahrt für Ver- und Entsorgung dient. Diese Betriebsabläufe werden damit aus dem Zentrum der Schule herausgehalten.

Der erste Bauabschnitt
Die Grundschulklassen bilden im Norden mit den Klassengruppierungen eine Winkelfigur, als nordwestliche Einfassung des oberen Schulhofes, der hauptsächlich den Grundschülern/innen als geschützter Bereich zugeordnet ist. Zwischen den Klassen befindet sich immer der Gruppenraum, teilbar für die Differenzierung und als Klassenraum für die Übergangszeit bis zur Fertigstellung des 2. BA. nutzbar. Die Garderobe und der jeder Klasse zugeordnete Lagerraum sind als Spange zwischen Gruppenraum und Klasse angeordnet und sichern so eine problemlose akustische Trennung zwischen den Nutzungseinheiten. Der Lagerraum ist von beiden Seiten aus nutzbar und verbindet den Klassenraum mit der späteren „Wohndifferenzierung“. Lüftungskamine zwischen Lager und Garderobe sorgen für die natürlich kontrollierte Belüftung der Unterrichtsräume jeweils zwei Klassen ist eine WC-Einheit zugeordnet. Die Naturwissenschaften befinden sich im zweiten Obergeschoß. Die Klasse 9 hat durch die Geschoßstaffelung eine Dachterrasse als erweiterte Nutzung. Der überdachte Pausenbereich ist eine mögliche Schulhofterrasse für die Klassen fünf bis acht. Die Nutzungseinheit „Ver- und Entsorgung“ im UG ist durch den Geländeverlauf ebenerdig anfahrbar. Die natürliche Belichtung ermöglicht, diesen Teil zusammen mit der Hausmeisterwerkstatt bis zu weiteren Ausbaustufen auch als Unterrichtsraum für Werken zu nutzen.

Der Hort
Der Hort ist so angeordnet, dass er als Bauabschnitt mit dem 1. BA, gesondert, oder mit dem 2.BA realisiert werden kann. In dem Geschoßversatz zwischen oberem und unterem Schulhof sind die Nutzungen Speiseraum und Küchennutzung angeordnet. Die Küche liegt direkt an der Anlieferng und kann bei Bedarf in die Westrichtung erweitert werden. In Ostrichtung ist vom Speiseraum aus die Ankopplung des Saalfoyers vorgesehen. Der Saal ist so mit dem Hauptbau verbunden und profitiert von der Küche, Cafeteria und der überdachten Pausenhalle. Die Gruppenräume sind in den Geschossen übereinander gestapelt, die den Jahrgängen zugeordnet sind.

Der zweite Bauabschnitt
Um die große überdachte Pausenhalle gruppiert sich der zweite Bauabschnitt. Hier münden die Zugänge aus oberem und unterem Eingang und lassen im Inneren die Nutzungsanordnung erkennen. Nach Osten, im EG zum Pausenhof hin orientiert, befinden sich die Räume für Cafeteria, Schüleraufenthalt, Schülerarbeit. Nach Westen hin liegen die Eurythmieräume mit hoch gelegenen Fenstern für einen ungestörten Unterricht. Durch das Verschieben der mobilen Trennwände sind sie koppelbar und bieten Raum für Veranstaltungen. Zwischen den Eurythmieräume ist ein Stuhllager vorgesehen, dadurch ist ein Umrüsten leicht gemacht und der Zwischenraum garantiert die akustische Entkopplung der Eurythmienutzungen. Die Heileurythmie könnte durch ihre Lage auch während einer Bühnenveranstahltung als zusätzlicher Raum herangezogen werden. Auf der Ebene des oberen Einganges befinden sich die Räume der Verwaltung und das Lehrerzimmer. Im obersten Bereich liegen die Bibliothek und die Klassen der Oberstufe mit vorgelagerten Dachterrassen. Das einfallende Sonnenlicht durch ein großzügiges Glasdach bestimmt die Atmosphäre im Zentrum der Schule. Hier ist das Herz der Anlage.

Der dritte Bauabschnitt
Der Werkbereich ist so aufgebaut, dass die Räume Schmieden, Werkräume und Plastizieren im EG direkt angeliefert werden können und zu dem Pausenhof unter dem auskragenden Obergeschoß Fläche für Ausstellungen und Arbeiten bieten. Im Obergeschoss haben die Musikräume unter ihrem jeweils eigenen Dach ausreichend Höhe, um eine gute Akustik sicher zu stellen. Zusammen mit dem Zeichensaal sind sie von weitem baukörperlich erkennbare Unterrichtseinheiten. Auf der Schulhofseite ist die Differenzierung der Nutzungseinheiten klar ablesbar und lässt auch für den Erstbesucher die Verwaltung, das Lehrerzimmer und die Bibliothek leicht erkennen. Nach Westen, weit entfernt von der Lärmquelle der Tennisplätze befinden sich als Rückrat der Schule die Unterrichtsräume der Klassen.

Die Sporthalle
Die in den unteren Wall integrierte Sporthalle schirmt die Schule gegen Geräusche der Parkplätze und der Kemnater Straße. Die Lage ist so gewählt, dass auch eine Doppelsporthalle realisiert werden kann, ohne die Gesamträumliche Konzeption zu zerstören.

Der Saal
Der Saal gliedert durch seine zentrale Lage die Schulanlage in den oberen und unteren Schulhof und ist somit gut anlieferbar. Durch die ansteigenden Stuhlreihen ist er an den unteren und an den oberen Schulhof angeschlossen. Sommerfeste können sich dorthin ausweiten. Der Anschluss an den Hauptbaukörper sichert die direkte Versorgung und die erforderlichen Foyerflächen, die eine interne Zugänglichkeit des Saals von der Schule aus ermöglichen. Der Saal und die Versorgungseinheiten sind von der Schule entkoppelt vermietbar.

Außenanlagen
Der Freibereich gliedert sich in zwei Schulhöfe. Der untere Schulhof wird in seiner Atmosphäre bestimmt durch den Vorbereich der Werkstätten, die empfangende Geste aus Cafeteria und Schüleraufenthalt und deren Vorbereich, den unteren Zugang zu dem Foyer des Saales, der Freitreppe, welche die beiden Schulhöfe verbindet und den zu einem Amphitheater modellierten Wall, von Westsonne beschienen. Dem obere Schulhof wird hauptsächlich den Grundschülern und dem Hort zugeordnet. Er wird bestimmt durch den hier angeordneten Gartenbau und dem im letzen Bauabschnitt zu realisierenden Saal. Die Container werden als Provisorien an diesem Schulhofbereich aufgestellt werden.

Umweltverträglichkeit / Ökologie

Minimierung der CO² Bilanz durch Niedrigenergiestandard,
40% besser als ENEV und Einsatz entsprechender Baumaterialien (z. B. Holz).

Brauchwassererwärmung durch Sonnenkollektoren.

Heizung: Energieträger Holzpellets

Extensive Begrünung alle Dachflächen

Regenwassernutzung zur Toilettenspülung und Gartenbewässerung

Natürliche, gesundheitsverträgliche und ressourcenschonende Baustoffe wie Holz, Lehm etc.

Minimierung des Energiebedarfs für Kunstlicht

Verbesserung der Luftqualität in den Klassen durch kontrollierte natürliche Belüftung über Abluftkamine

Natürliches Lüftungssystem für Eurythmie und Saal über Erdkanäle und Lüftungskamine

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