Wettbewerb Erweiterung der integrierten Gesamtschule Stierstadt

Wettbewerb Erweiterung der integrierten Gesamtschule Stierstadt

Erweiterung der integrierten Gesamtschule Stierstadt

2. Preis 24. August 2018

Erläuterungsbericht:

Leitidee, städtebauliche und landschaftliche Einbindung

Die Gesamtschule befindet sich im Übergang von Stadt und Landschaft.

Die ansonsten landwirtschaftlich genutzte Umgebung wird an der südlichen Grundstücksgrenze

durch den Baumbestand differenziert und ökologisch wertvoll.

Die Bäume mit der gefällig modellierten Geländebewegung sind ein Geschenk und werden

in den Schul-Campus einbezogen.

Unsere Leitidee: Integrierte Gesamtschule Stierstadt, ein Campus.

Das Zentrum ein Freibereich differenziert und gewachsenen wie ein Dorfplatz.

Der Bestand und die Erweiterungsbauten, unterschiedliche Ausprägungen von Architektur gruppieren sich um eine Mitte, verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung und bilden zusammen eine Einheit.

 

Innere und Äußere Erschließung

Zwei Zugangsmöglichkeiten führen auf den Campus.

Adressbildend, der Zugang vom Kiesweg.

Der Hauptbaukörper der Erweiterungsbauten entwickelt sich dem Kiesweg entlang und schirmt die Stellplätze und die Anlieferungsmöglichkeiten vom Campus ab.

Gegenüber, der Zugang für die mit dem Bus ankommenden Schüler und Lehrer aus dem Fasanenweg.

Alle treffen sich auf dem Campus und gehen von hier aus in die einzelnen Häuser.

 

Neben dem Hauptgebäude ergänzen zwei pavillonartige Häuser im Westen das Ensemble.

In Einem, sind die Sporthalle und die Unterrichtsräume des zweiten Bauabschnitts untergebracht, in dem Andern, befinden sich Hort und die Unterrichtsräume der Sekundarstufe II.

Die jeweiligen Obergeschosse organisieren sich in autonomen Lernclustern, Unterrichtsbereiche mit jeweils sechs Klassenräumen, Differenzierungsräumen, Lehrerbereich, Sanitäreinheit und Lerninseln mit Fassadenanschluss.

Ein Rettungswegkonzept über außen liegende Terrassen und Balkone ersetzt notwendige Flure und ermöglicht eine moderne Pädagogik durch Differenzierung in den Lerninseln.

 

Die Hortnutzung befindet sich im Erdgeschoss und hat nach Westen, in Richtung Sportfeld einen direkt zugewiesenen Außenbereich.

 

Das Hauptgebäude entlang des Kieswegs wird zum Mittelpunkt der Schule.

Im Zentrum eine zweigeschossige Aula, Treffpunkt und Herzstück der Schule.

Ein belebter „Marktplatz“.

Am Marktplatz sind die wichtigsten Gemeinsamkeit, Kommunikation und Identifikation stiftenden Nutzungseinheiten Raum bildend. Cafeteria, Mensa, Küche, und Bühne.

Wenn die mobile Trennwand der Bühne geöffnet wird verwandelt sich die Aula in ein Theater,- Konzert,- oder Festsaal.

Die Galerie im Obergeschoss wird dann zum erweiterten Zuschauerraum.

Im Obergeschoss, durch den Luftraum ebenso an den Marktplatz angebunden die beiden Bibliotheken.

In Richtung Norden einfach auffindbar, die Verwaltung.

In Richtung Süden die Werkräume. Durch den Geländeverlauf sind sie von dem Kiesweg direkt anlieferbar, die Terrasse nach Osten erweitert die Unterrichtsmöglichkeit im Freien.

 

Im zweiten Obergeschoß befinden sich die Naturwissenschaftsräume und Zeichensäle.

 

Architektur und Freiraum

Die Haupterschließung erfolgt über einen großzügigen Boulevard zwischen Kiesweg und Buswendeschleife. Eine Anlage aus Treppen und Rampen schafft einen stufenlosen Zugang in das Schulgelände. Am Boulevard liegen auch die bestehenden Klassenhäuser und die notwendigen Fahrradstellplätze.

Die Erweiterungsbauten ergänzen den Bestand zu einem Ensemble um einen zentralen Dorfplatz, der sich nach Süden in die Landschaft öffnet. Das Ensemble wirkt stimmig, mit oder ohne die Realisierung des zweiten Bauabschnitts. Der Baumbestand im Süden spielt locker in den Dorfplatz hinein, in dem sich ein Teppich aus Bauminseln und Sitzgelegenheiten ausbreitet.

Der Anstieg des Geländes wird für Sitzstufen genutzt, die als Tribüne den Hofbereich überblicken.

Vom Dorfplatz ergibt sich eine Erschließung nach Osten zu den Sportanlagen und zum Schulgarten, der an seinem Standort in voller Größe erhalten wird. Das Gerätehaus wird an die Längsseite verschoben, so dass der Garten künftig nicht mehr vom Schulgelände abgeriegelt ist.

Die Außenflächen Hort liegen auf der ruhigen Süd- und Ostseite des Gebäudes.

 

Energiekonzept und Nachhaltigkeit

 

Das Ziel ist ein Erweiterungsbau mit energetisch optimalem Gebäudebetrieb und geringer Umweltbelastung.

Die Innenraumqualitäten werden durch passive, bauliche Maßnahmen erreicht, so dass ein robuster, wartungsarmer Betrieb ermöglicht wird.

 

Passive Maßnahmen

Ein hoher Dämmstandard minimiert die Wärmeverluste über Transmission.

Die Lage und der Anteil der Glasflächen ist hinsichtlich natürlicher Belüftung, Belichtung und Ausblick optimiert.

Der außen liegende, bewegliche Sonnenschutz ermöglicht die Steuerung des Tageslichtniveaus im Innenraum und gewährleistet den sommerlichen Wärmeschutz. Die natürliche Nachtluftspülung über motorisch angesteuerte Öffnungsflügel, die eine Querlüftung des Gebäudes ermöglichen, in Verbindung mit nutzbarer thermischer Masse optimiert den sommerlichen Komfort. Die ausgleichende thermische Funktion der Massivdecken ist sorgfältig ausbalanciert mit raumakustischen Maßnahmen, so dass sowohl eine hohe akustische Aufenthaltsqualität als auch ein ausgewogenes komfortables Raumklima mit passiven Maßnahmen erreicht wird.

 

Aktive Maßnahmen

Zentrale, mechanische Lüftungsgeräte mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung stellen den hygienisch erforderlichen Luftaustausch bei geringen Außentemperaturen sicher.

Im Sommer wird das Gebäude über Fenster und Oberlichter natürlich gelüftet.

 

Heiz- und Energiekonzept:

Basis der Wärmeversorgung ist Biomasse (Pelletkessel) in Verbindung mit thermischen Solarkollektoren. So wird eine regenerative Versorgung sichergestellt. Freie Dachflächen können für Photovoltaik genutzt werden. Dies kann sofort ausgeführt werden alternativ sollten Vorhaltungen getroffen werden, so dass eine spätere Nachrüstung ohne Zusatzaufwendungen gewährleistet wird.

Bei der beschriebenen Dauernutzung wird das Wärmeverteilnetz auf Niedertemperatur ausgelegt. Frischwasserstationen für die Mensa und in der Sporthalle decken den Brauchwarmwasserbedarf. Warmwasser Zapfstellen mit geringem Bedarf werden dezentral elektrisch versorgt.

 

Das Haus bietet eine gesunde, inspirierende Umgebung bei minimalen Aufwendungen für den Betrieb. Die hohe Qualität der Gebäudehülle, eine maximierte Tageslichtautonomie der Nutzungsbereiche ermöglicht in Verbindung mit einem wohldosierten Technikeinsatz eine langfristige, optimierte Nutzung.

 

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