Grundschule Hohenberg Rottenburg am Neckar

1. Preis 9. März 2017

Baubeginn Mai 2018

geplante Fertigstellung September 2019

 

SchülerInnen verbringen in der Schule einen überwiegenden Teil ihrer Zeit.

Die Schulumgebung muss ein Sich- Wohlfühlen auslösen.

Für uns als Architekten stellt sich somit die primäre Herausforderung einen Lebensraum für Kinder zu schaffen, der ihnen zugleich Geborgenheit, Sicherheit und Heimat bietet und ihre emotionale und motorische Entwicklung fördert.

Dies gilt sowohl für das eigentliche Schulgebäude als auch für das Außengelände.

Für die spezifische Ausgestaltung der Räume und Freiflächen halten wir die Partizipation mit dem Kollegium und den Schülern für unbedingt erforderlich.

Unsere Intention ist die Findung einer baulichen Struktur für größtmögliche Flexibilität und Anwendung moderner Pädagogik.

Die Planungsbeteiligung der Nutzer bei der endgültigen Ausformung der Schule und des Außenbereichs sehen wir als eine Chance, die im weiteren Verfahren zwingend genutzt werden sollte.

So kann ein einmaliger vitaler Ort sowohl für die Schüler als auch für ein ambitioniertes Lehrerteam entstehen.

 

Städtebaubaulicher Ansatz und Aussenanlagen

Die Baumasse wird gegliedert

– als städtebauliche Antwort auf die heterogene Nachbarbebauung

(Kita, Hohenbergschule und Wohnsiedlung entlang der Seebronner Strasse)

– als Notwendigkeit einer Maßstäblichkeit, die Grundschülern gerecht wird

– als Pavillonstruktur, die eine einfachen Orientierung ermöglicht

 

Die Baukörper werden entlang der Seebronner Strasse angeordnet

– es entsteht ein Fußweg in Ost- West- Richtung über den Schulcampus, der die angrenzenden Wohngebiete miteinander verbindet

– der Verbindungsweg gliedert gleichzeitig die Außenbereiche der Hohenbergschule und der Grundschule

– die Lage des Neubaus arrondiert die städtebauliche Situation und schafft einen gegenüber der Straße geschützten Innenhof als Freibereich

– die Lage des Neubaus schirmt gleichzeitig die Wohnbebauung gegen den Schulhoflärm ab

– die Linde prägt den Pausenhof und wird zum markanten Wahrzeichen für den Haupteingang

– der Pausenhof gliedert sich durch einen kleinen Höhenversatz in zwei Bereiche mit unterschiedlicher Qualität, einen eher städtischen Platz am Eingang, der großzügige befestigte Flächen für Spiel und Aufenthalt bietet, sowie einen mehr durch Grün geprägten südlichen Teil, auf dem sich Spielangebote wie Bolzplatz, Klettern, Balancieren usw. finden.

– der Schulgarten wird am jetzigen Standort erhalten, das Gartenhäuschen wird in ein Gebäude für Außengeräte integriert.

– die Roller und Fahrradabstellplätze sind direkt am Rand des Schulhofs untergebracht, wo sie gut einsehbar sind. Der Schulhof selbst bleibt frei von Fahrrädern

– Am östlichen Zugang wird ein kleiner Platz als Entree zur Schule geschaffen. Die Höhenunterschiede werden für Sitzstufen genutzt, an denen Schüler sich treffen und aufhalten können.

 

Architektonische und gestalterische Qualität:

Im Erdgeschoss befinden sich die allgemeinen Nutzungen, wie Verwaltung, Bibliothek,

VKL-Raum mit zugeordnetem Freibereich so wie der Theaterraum mit seiner Möglichkeit einer großzügigen Erweiterbarkeit bei Festveranstaltungen.

Der Geländeversatz verschafft dem Foyerbereich zusätzliche Raumhöhe.

In den Obergeschossen sind die Lerncluster in zwei pavillonartigen Häusern organisiert.

Die Dachterrasse im 1.OG wird genutzt als erweiterter Freibereich und als zweites „grünes Klassenzimmer“.

Je drei Klassenräume mit zwei Gruppenräumen bilden ein Lerncluster auf jeder Etage. Die Sanitärräume sind über das Treppenhaus jedem der Cluster direkt zugeordnet.

Jedes Cluster hat durch die Grundrissorganisation zusätzlich eine „Lerninsel“ für den differenzierten Unterricht oder das Lernen in Arbeitsgruppen.

Der Zweite Rettungsweg wird über den Dachgarten im Obergeschoss und

durch den dreiseitig umlaufenden Steg im 2. OG sichergestellt.

Der Steg wird neben seiner Funktion als zweiter Rettungsweg gleichzeitig für eine integrierte Verschattung genutzt und bietet die Möglichkeit, den Schallschutz entlang der Seebronner Strasse durch Verglasungen um ca. 10 dB zu verbessern.

Die Schichtung der architektonischen Elemente erzeugt einen heiteren Charakter und vermittelt die Übergänge von Innen und Außen.

 

Baukonstruktion und Wirtschaftlichkeit:

Die Bauweise folgt dem Prinzip der optimalen Leistungsfähigkeit.

Das Gebäude ist als Stahlbetonskelettkonstruktion geplant. Die Lastabtragung erfolgt über Stützen.

Innenwände sind nichttragend und sichern Flexibilität in der Nutzung.

Durch Dreifachverglasung der Fenster sind positive solare Gewinne für Betrieb und Ökobilanz zu verzeichnen.

Die Decken und Dächer dienen als Speichermassen und bleiben größtenteils sichtbar. Um die verbesserten Nachhallzeiten für den inklusiven Unterricht zu erreichen, werden hochleistungsfähige Absorberflächen an den Decken und vor allem an den Wänden eingesetzt.

Die Dachflächen erhalten eine extensive Dachbegrünung.

 

Ökologische und Energetische Optimierung:

Das Ziel ist ein die Umwelt möglichst wenig belastender Gebäudebetrieb bei gleichzeitig hohen Innenraumqualitäten. Dies soll bevorzugt durch passive, bauliche Maßnahmen erreicht werden, so dass ein robuster, wartungsarmer Betrieb ermöglicht wird.

 

Passive Maßnahmen

Ein hoher Dämmstandard minimiert die Wärmeverluste über Transmission.

Die Lage und der Anteil der Glasflächen werden hinsichtlich natürlicher Belichtung und Ausblick optimiert.

Der außen liegende, bewegliche Sonnenschutz ermöglicht die Steuerung des Tageslichtniveaus im Innenraum und gewährleistet den sommerlichen Wärmeschutz. Das raumakustische Konzept berücksichtigt die thermische Funktion der Massivdecke. Ungefähr 50 % werden mit akustischen Absorberflächen belegt. Der verbleibende exponierte Kernbereich steht als thermischer Puffer zur Verfügung. Tagsüber speichert die Decke thermische Raumlasten ein und vermeidet so eine Überhitzung.

Über eine natürliche Nachtluftspülung werden diese thermischen Speicher dann nachts entladen.

Die Innenwandflächen werden für die Raumakustik mit absorbierenden Holzelementen belegt.

 

Aktive Maßnahmen

Die Unterrichtsräume werden natürlich gelüftet. Passive Zuluftelemente in der Fassade stellen in Verbindung mit auf Spaltlüftung gestellten Oberlichtern eine komfortable Grundlüftung auch bei niedrigen Außentemperaturen sicher, Die Luftqualität wird auf Basis der CO2 Konzentration visualisiert, so daß der Nutzer in der Lage ist bedarfsgerecht natürlich zu lüften.

Sporthalle, Küche und Mensa erhalten eine zentrale mechanische Lüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung. Die Wärmeversorgung wird durch die vorhandene Fernwärme abgedeckt.

Das Haus bietet mit geringst möglichem technischem Aufwand eine gesunde und inspirierende Schulumgebung bei minimalen Aufwendungen für den Betrieb.

 

Optionale zusätzliche Photovoltaikflächen können zur Verbesserung der Gesamtenergiebilanz installiert werden. Bei intensiver Nutzung der Dachflächen für Photovoltaik ist die Erreichung eines Energie plus Standards möglich, d.h. es kann mehr Energie bereitgestelllt werden als für den Gebäudebetrieb erforderlich ist.

 

In Zusammenarbeit mit

Specht Landschaftsarchitektur

Transsolar

und anderen

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